Im Jahresrückblick oder auch in unserem letzten Radiobeitrag konntet ihr einen Einblick darin gewinnen, auf wie vielen verschiedenen Ebenen unsere Vorbereitungen für den Bau unseres Gemeinschaftshauses laufen. Nun beginnt für uns eine Phase, in der vieles, woran wir lange gedacht und geplant haben, immer greifbarer wird. 2026 wird für uns das Jahr, in dem aus Planung Bau wird!
Gleichzeitig stecken wir weiterhin mitten in den Details: Viele Entscheidungen entstehen gerade erst, werden verworfen und neu gedacht. Dazu gehören ganz praktische Fragen des Alltags – etwa, wie und wo wir unsere Wäsche trocknen oder wie die Gemeinschaftsbereiche genau genutzt werden sollen. All das gehört für uns zu diesem Übergang: vom Konzept zum konkreten Haus. Einige von euch fragen sich vielleicht: Wie soll der Drubbel eigentlich konkret aussehen? Wo findet gemeinschaftliches Leben statt – und wie unterscheidet sich das Haus von einem „normalen“ Mehrfamilienhaus?

Ein Blick ins Haus: Grundrisse, Gemeinschaft und neue Klarheit
In den vergangenen Monaten hat sich an den Grundrissen noch einmal viel bewegt. In enger Abstimmung mit Fachleuten, Behörden und untereinander haben wir nachgeschärft, verschoben, neu gedacht – immer mit der gleichen Leitfrage: Wie wollen wir zusammen leben, und wie kann die Architektur des Hauses das unterstützen?
Entstanden ist ein Haus, das bewusst mehr ist als eine Sammlung einzelner Wohnungen. Gemeinschaft findet bei uns nicht „irgendwo nebenbei“ statt, sondern ist räumlich mitgedacht und gut sichtbar. Schon von außen wird das deutlich: Die gemeinschaftlich genutzten Bereiche sind durch Holzfassaden markiert und geben dem Gebäude einen eigenen Charakter – als architektonisches Zeichen dafür, dass hier mehr passiert als Wohnen hinter Wohnungstüren.

Im Inneren setzen wir auf ein klares Prinzip: private Rückzugsräume, ergänzt durch großzügige, vielfältig nutzbare Gemeinschaftsflächen. Diese sind über das ganze Haus verteilt und erfüllen unterschiedliche Funktionen. Im Erdgeschoss entstehen Räume für Alltag, Begegnung und Öffnung ins Viertel – vom gemeinschaftlichen Wohnzimmer über Kreativ- und Gästeräume bis hin zum Infrastrukturraum, der auch für Nachbar*innen zugänglich sein wird. Hier soll gekocht, diskutiert, gefeiert und gemeinsam Zeit verbracht werden.
Das Staffelgeschoss bietet ein Büro, eine weitere große Gemeinschaftsküche und Zugang zur Dachterrasse. Der Keller wiederum ist weit mehr als reine Abstellfläche: gemeinschaftliche Waschräume, Lagermöglichkeiten, ein Multifunktionsraum („Toberaum“) für Kinder und weitere Flächen für gemeinsame Aktivitäten (Musik, Yoga, Werkstatt …). Selbst bei Fluren und Treppenhäusern fragen wir uns: Wie müssen die gestaltet sein, damit sie dazu einladen, auf einen Plausch stehenzubleiben?
All das folgt einer klaren Haltung: Wir wollen Ressourcen teilen, Flächen sinnvoll nutzen und Räume schaffen, die sich mit den Menschen und ihren Lebensphasen verändern können.

Gemeinschaft, die über das Haus hinaus geht: Wege, den Drubbel dabei zu unterstützen
Der gemeinschaftliche Gedanke soll auch über die Hausgemeinschaft hinaus wirken. Wir wollen mit dem Viertel, Interessierten und Unterstützenden im Austausch sein und gemeinsam mit ihnen wachsen. Immer mehr Weichen sind für die Realisierung des Hauses in Richtung Zielgerade und dem legendären Spatenstich gestellt. Auch in dieser Phase und darüber hinaus sind wir auf der Suche nach Direktkreditgeber*innen oder investierenden Mitgliedern, um unser Projekt durch dieses Netzwerk auch in Zukunft auf ein solides und gemeinschaftliches Fundament stellen zu können. Aber nicht jede Form der Unterstützung hat mit Geld zu tun – und das ist uns sehr wichtig! Wenn ihr selbst kein Geld verleihen könnt – oder das bereits getan habt – helft ihr uns enorm, indem ihr von uns erzählt. Ebenso freuen wir uns über eure Ideen, kritischen Fragen, Impulse und konkreten Fähigkeiten – ob kreative Beiträge, organisatorisches Know-how, handwerkliche Erfahrung oder Lust, Dinge mitzugestalten. Und sobald es Richtung Baubeginn geht (hoffentlich ab dem Sommer), wird auch ganz praktische Unterstützung auf der Baustelle willkommen sein! Wolltet ihr vielleicht immer schon mal eine Trockenwand stellen?
Wer Lust hat, uns persönlicher kennenzulernen, ist herzlich zu unseren Stammtischen eingeladen oder kann jederzeit ein individuelles Gespräch mit uns vereinbaren.

